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Was ist die Tiefenmuskulatur, und welche Aufgabe hat sie?

Die Tiefenmuskulatur ist die Muskelschicht, die dicht an der Wirbelsäule liegt und die einzelnen Wirbel gegeneinander stabilisiert. Zu ihr zählen unter anderem die kurzen Rückenstrecker, darunter die Mm. multifidi, und der quer verlaufende Bauchmuskel, der M. transversus abdominis. Sie arbeitet weitgehend unwillkürlich und ist von außen nicht sichtbar.

Wirbelsäulenmodell und Balancekissen als Symbol für die Stabilisierung des Rumpfes.
Symbolbild. Das Bild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt.

Der Unterschied zur oberflächlichen Muskulatur

Die großen, oberflächlichen Muskeln bewegen den Rumpf. Sie beugen, strecken und drehen. Die tiefe Schicht bewegt kaum etwas. Ihre Aufgabe ist, die Wirbelsäule Segment für Segment zusammenzuhalten, während andere Muskeln arbeiten. Fachlich spricht man von einer stabilisierenden oder lokalen Funktion im Unterschied zur globalen, bewegenden.

Anschaulich gesagt: Die oberflächliche Muskulatur ist der Motor, die tiefe die Aufhängung.

Welche Muskeln gemeint sind

In der Trainingslehre werden üblicherweise vier genannt. Die Mm. multifidi verlaufen als kurze Bündel zwischen benachbarten Wirbeln. Der M. transversus abdominis umschließt den Bauchraum quer wie ein Gürtel. Der Beckenboden bildet den Abschluss nach unten. Das Zwerchfell begrenzt den Rumpf nach oben. Nach einem verbreiteten Erklärungsmodell erzeugt ihr Zusammenspiel einen Druck im Bauchraum, der die Lendenwirbelsäule von innen stützt. Das Modell ist anschaulich, im Einzelnen aber fachlich diskutiert.

Warum sie im Training oft übergangen wird

Weil man sie nicht spürt und nicht sieht. Wer trainiert, orientiert sich an dem, was brennt und was sich zeigt. Die tiefe Schicht meldet sich weder auf die eine noch auf die andere Weise. Dazu kommt, dass sie sich willentlich schwer isoliert ansteuern lässt. Ob eine bestimmte Übung die tiefe Schicht erreicht, ist schwerer zu beurteilen, als es scheint, weil sich die Aktivierung von außen nicht beobachten lässt.

Wie sie überhaupt angesprochen wird

In der Trainingslehre über Übungen mit instabilem Untergrund, über Halteübungen und über Bewegungen, bei denen die Wirbelsäule gegen kleine Störreize stabil gehalten werden muss. Ein zweiter Weg ist die elektrische Reizung über die Haut, also die neuromuskuläre Elektrostimulation. Sie löst eine Kontraktion aus, ohne dass die Person die Bewegung selbst ansteuert. Welche Muskelanteile ein einzelnes Gerät dabei erreicht, hängt von der Lage der Elektroden und den Reizparametern ab und lässt sich nicht allgemein angeben.

Welcher Weg für wen sinnvoll ist, gehört in ein Gespräch mit einer fachkundigen Person und nicht in einen Ratgebertext.

Was der Begriff nicht bedeutet

Tiefenmuskulatur ist kein medizinischer Befund und keine Diagnose. Der Begriff beschreibt eine anatomische Lage. Aussagen der Form, ein bestimmtes Training an dieser Schicht löse ein bestimmtes Beschwerdebild, gehen über das hinaus, was der Begriff hergibt.

Der Bezug zum Arbeitsalltag

Langes Sitzen, einseitiges Stehen und wiederkehrende Bewegungsmuster fordern die tiefe Schicht wenig. Bewegungsangebote im Betrieb setzen deshalb häufig genau hier an. Für die Auswahl eines solchen Angebots ist die entscheidende Frage nicht, ob von Tiefenmuskulatur die Rede ist, sondern ob erklärt wird, wie sie erreicht werden soll.

Wie ein betriebliches Rückenangebot an dieser Muskelschicht ansetzt, steht auf der Seite zu Wellenpuls Rückenfrei.

Der Wellenpuls LWS ist kein Medizinprodukt, sondern ein Trainingsgerät. Die neuromuskuläre Elektrostimulation ist nicht für alle geeignet. Nicht anwenden bei Herzschrittmacher oder anderen implantierten elektronischen Geräten, bei Epilepsie, in der Schwangerschaft und bei akuter Nervenkompression. Maßgeblich ist die Gebrauchsanweisung, die jedem System beiliegt. Wer eine Vorerkrankung hat, sollte die Nutzung vorher ärztlich abklären. Weitere Anwendungshinweise stehen auf der Produktseite von Wellenpuls LWS.